Ohne Auto unterwegs (updated)

Wir sind aktuell ohne Auto in Ecuador unterwegs. Natürlich machen wir noch keine großen Sprünge, aber für sehr viele Erledigungen ist man hierzulande auf ein Auto angewiesen. Wir lösen das mit einem Taxi. Und da gibt es jede Menge Unterschiede. Ein Taxi zu rufen ist sehr einfach. Hier (in Quito und Umgebung, um genauer zu sein) gibt es jede Menge Taxen. Wir rufen sie in der Regel via Telefon an. Das geht einfach, ist schnell und in der Regel auch zuverlässig. Hin und wieder müssen wir etwas länger warten, mal ist es gleich da, mal klappt's nicht ganz mit der vereinbarten Zeit. Es ist aber nichts, worüber wir uns beschweren würden. Die Taxifahrer verstehen in der Regel nur Spanisch. Wer aber weiß wohin es gehen soll, der wird absolut problemlos klar kommen.

Die Kosten für eine Taxifahrt sind äußerst überschaubar. In "offizielleren" Taxen gibt es ein Taxameter. Das ist mal an und mal nicht. Das macht aber auch nichts, wenn es mal aus ist. Wir haben noch nie mit einem Taxifahrer im Vorfeld über den Preis verhandelt, da sich alle in etwa gleichen. Natürlich gibt es den einen Fahrer, der für dieselbe Fahrt einen Dollar mehr nimmt, als der andere. Aber bei den Preisen lohnt es sich nicht darüber nachzudenken zu mosern. Im Durchschnitt zahlen wir für 5 Minuten Fahrt 1 US Dollar. Hinein nach Quito kann das bedeuten, dass es teuer wird, denn Stau scheint vorprogrammiert. Bis dato haben wir das noch nicht gemacht. Wir geben immer ein wenig Trinkgeld (maximal 1 Dollar), aber wir sind uns nicht sicher, ob das überhaupt erwartet wird.

Die Qualität der Taxen ist jedoch sehr unterschiedlich. Scheinbar scheint es auch nicht normal zu sein, dass man sich auf der Rückbank anschnallt. Zumindest steigen wir oft in Taxen ein, bei denen die rückwärtigen Anschnallgurte eher Dekoration sind. Bisher hat uns auch noch niemand darauf hingewiesen. Wir sind jedenfalls schon viel zu oft unangeschnallt gefahren. Auch die Größe der Taxen ist unterschiedlich. Oft sitzen wir eher zusammengepfercht in einem Wagen. Der gute alte Mercedes, wie in Deutschland, ist hier oft ersetzt durch einen VW Polo oder ähnliches. Manchmal sieht ein Taxi aus wie ein Taxi. Manchmal sieht's aber auch aus wie das Privatauto von irgendwem. In jedem Fall sind die Taxifahrer bislang immer gut gekleidet und sehr freundlich gewesen.

Andere Optionen zur Fortbewegung sind übrigens scheinbar Uber und ein Mietwagen. Wir haben uns von einem anderen Lehrerpaar erzählen lassen, dass sie eher "interessante" Erfahrungen mit Thrifty gemacht haben. Das lasse ich jetzt mal so stehen. Nach ihren Erzählungen würden wir nicht auf Thrifty zurück greifen. Jedoch kann das auch ein Einzelfall gewesen sein. In puncto Uber kann ich nicht viel sagen. Deren System haben wir in Deutschland nie eingesetzt und es ist uns nicht geläufig. Für uns funktioniert "das gute alte Taxi" aktuell sehr gut.

Update:

Okay, wir sind mittlerweile wesentlich mehr mit Uber unterwegs. Das System funktioniert einfach kinderleicht. Wir haben eine Uber App installiert und können uns problemlos einen Uber rufen. Das, was andere gesagt haben, haben wir mittlerweile auch festgestellt. Die Taxen sind in der Regel uralte Karren. Taxen kosten immer mal wieder einen Dollar mehr oder weniger. Bei Uber hatten wir bisher immer gute Autos. Der Fahrpreis entspricht dem von Taxen oder ist günstiger. Die Leute waren bisher immer nett. Ich wüsst aus aktueller Sicht nicht, wieso man nicht Uber nehmen sollte.

Update:

Hiermit relativiere ich Uber. Wir sind mittlerweile häufiger mit Uber gefahren. Auch wenn es absolut glasklar sein sollte, wohin wir wollen und wie man dorthin kommt, kommen dennoch erstaunlich oft die Fragen, wohin wir denn nun wollen. Die Uber App gibt zu 100% vor wohin wir wollen. Es gibt eine Karte dazu. Quasi ein ganzes Navigationssystem. Dennoch werden wir gefragt und einige Fahrer haben keine Ahnung. Die Tatsache, dass Uber Fahrer immer ein Navi haben und Taxifahrer gefühlt nie, gilt also nicht. Des Weiteren kommt es häufiger vor, dass irgendein Uber-Fahrer die Fahrt annimmt und durchführen will, gleichzeitig aber noch eine andere Fahrt beendet. Nicht selten stand ich 20 Minuten rum, bevor mein Fahrer kam. Ein Taxi gibt's tatsächlich an jeder Ecke. Des Weiteren habe ich mittlerweile meinen Stamm-Taxifahrer. Ich habe mir seine Nummer geben lassen und rufe ihn nun immer an. Das funktioniert hervorragend bislang. Das Auto ist alt, ja. Aber es hat Gurte, der Fahrer ist nett und ich fühle mich sicher.

Ich habe ihn mal ausgequetscht, wie das System hierzulande ist. Taxifahrer brauchen, wie in Deutschland, eine Lizenz. Haben sie die, müssen sie bei einem Taxiunternehmen registriert sein. Diesem zahlen sie monatlich 80 € (laut Aussage meines Fahrers). Dafür ist ihr Auto versichert im Falle eines Unfalls. Außerdem erhalten Sie die Aufträge. Alles Geld, was die Fahrer einnehmen, gehört danach ihnen. Davon müssen natürlich Benzin und Co. bezahlt werden. Das erklärt aber auch, wieso nicht jedes Taxi ein Taxameter hat und wieso die Preise ein wenig variieren unter den Fahrern. Der Grund, wieso einige Taxen gelb sind und andere Privatautos liegt darin, dass die Fahrer der gelben Autos ihre Lizenz schon sehr lange haben. Damals gab es dann seitens der Regierung scheinbar die Aufforderung, dass Taxen eine entsprechende Farbe haben müssen. Im Laufe der Zeit kamen weitere Personen mit Taxilizenzen hinzu, jedoch mussten die Taxen dann nicht mehr umlackiert werden. Das ist jetzt ein wenig wirr erklärt, aber wer es noch genauer wissen möchte, soll mich einfach anschreiben. Lange Rede, kurzer Sinn...ich fahre nun doch wieder lieber Taxi.

2 Antworten auf „Ohne Auto unterwegs (updated)“

  1. Hallo ihr Lieben,

    wie sieht die Suche nach dem Fahrzeug?
    Könnt ihr auch ein Auto aus D „importieren“, nur für die Dauer eures Aufenthaltes, ohne Zoll zu bezahlen und es dann wieder mit nach D nehmen?
    LG
    Flo

    1. Hallo, das kann ich leider nicht beantworten. Wir haben in Deutschland unsere Autos verkauft und uns hier ein neues gekauft. Ich kenne aktuell auch niemanden, der einen Wagen aus Deutschland importiert hat.

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